Warenkorb  
Warenkorb

Ihr Warenkorb enthält kein Auftrag zur Rechtsberatung.

 

MELDUNGEN


Version zum DruckenspacerPer E-Mail versenden

10.01.2012

Solar Millennium - Trotz Pleite soll es weitergehen





Der Insolvenzverwalter des insolventen Solarkraftwerksentwickler Solar Millennium AG will den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten, um Investoren zu finden. Etwa 16 000 Anleger des Unternehmens, die ihr Geld in Inhaber-Teilschuldverschreibungen investiert haben, werden davon wohl nicht viel wiedersehen. Anleger von geschlossenen Fonds sollen ihr Geld zum größten Teil zurück erhalten.


Insolvenz­verwalter will Unternehmen fortführen


Der zum vorläufigen Insolvenz­verwalter bestellte Rechts­anwalt Volker Böhm vom Nürn­berger Büro der Insolvenz­verwaltungs­kanzlei Schultze & Braun will jetzt Investoren suchen, die die Projektgesell­schaften als Paket oder einzeln an einen oder mehrere Investoren zu verkaufen. Solar Millennium unterhält welt­weit 60 Projektgesell­schaften und Beteiligungen an Unternehmen, darunter in Deutsch­land, den USA und Spanien. Die meisten Projekte befinden sich noch in Entwick­lungs­stadien.


Schlechte Aussichten für Anleihekäufer


16 000 Anleger, die Inhaber-Teilschuld­verschreibungen gezeichnet haben, mit denen das Unternehmen seine Projekte finanziert hat, werden ihr Geld wohl verlieren. Sie haben Anlegergeld in Höhe von 227 Millionen Euro über solche Anleihen direkt in die Solar Millennium AG investiert und wurden damit zu Mitinhabern. Ob Inhaber von Teilschuld­verschreibungen Geld wiederbe­kommen, hängt davon ab, wie viel Vermögen die Gesell­schaft am Ende des Insolvenz­verfahrens noch hat. In der Vergangenheit war die Quote bei solchen Verfahren meist sehr gering.


Geschlossene Fonds von Insolvenz nicht betroffen


Anleger, die sich an lang­fristigen von der Solar Millennium AG aufgelegten Fonds beteiligt haben, bekommen wohl einen Teil ihres Geldes zurück. Nach Auskunft von Böhm handelt es bei der ,,Andasol Fonds GmbH & Co. KG" und der ,,Ibersol Fonds GmbH 6 Co. KG" um recht­lich selbst­ständige Gesell­schaften, die keine Insolvenz angemeldet haben. Die über 4 000 Fonds­anleger seien deshalb Kommanditisten der jeweiligen Gesell­schaft und nicht Gläubiger der Solar Millennium AG, sagte Böhm.


Ibersol-Fonds-Gelder liegen auf Treu­hand­konto


Rund 6,6 Millionen Euro, die Anleger in das Solar­kraft­werk Ibersol in Spanien investieren wollten, liegen auf einem Treu­hand­konto. Wie berichtet, hatte Solar Millennium das Beteiligungs­angebot vorzeitig beendet, weil es nicht finanziert werden konnte. Das bereits von Anlegern einge­zahlte Geld liegt seither auf einem Treu­hand­konto der Fonds­gesell­schaft und wird wohl abzüglich des Agios in Höhe von 5 Prozent der Anlagesumme an Anleger zurück bezahlt werden. Wann das der Fall sein wird, ist unbe­kannt. Anleger sollen darüber gesondert unter­richtet werden.


Aktionäre verlieren Geld


Die rund 14 000 Aktionäre der Solar Millennium werden ihr Geld wohl gänzlich verlieren. Als Gesell­schafter der AG stehen sie im Insolvenz­verfahren an letzter Stelle. Sie erhalten also nur Geld, wenn die Ansprüche aller Gläubiger zu 100 Prozent befriedigt sind.


Verwalter prüft Schaden­ersatz­ansprüche


Insolvenz­verwalter Böhm will auch auch Schaden­ersatz­ansprüche gegen Verantwort­liche der Solar Millennium AG prüfen. Dabei steht der Verdacht des Betrugs im Raum, der aber bislang nicht bestätigt werden konnte.


Was können Anleger tun?


Betroffene Anleger müssen erst­mal gar nichts tun. Sobald der Verwalter das eigentliche Insolvenz­verfahren eröffnet, müssen sie ihre Ansprüche anmelden. Das soll nach Auskunft von Böhm voraus­sicht­lich im März 2012 geschehen. Danach haben Anleger einige Wochen Zeit, um ihre Ansprüche bei der Insolvenz­verwaltung anzu­melden. Wichtige Fragen zum Verfahren beant­wortet die Insolvenz­verwaltung auf ihrer Homepage.


Finanztest hatte gewarnt


Finanztest hatte Anleger sowohl vor Beteiligungen an den Andasol Fonds Grüne Geldanlage: Öko kommt oft teuer als auch an dem Fonds Ibersol Grüne Geldanlage: Grüne Versprechen gewarnt. Bei Andasol hatte Finanztest die komplizierte und undurch­sichtige Konstruktion der Beteiligung sowie die Kosten kritisiert. Anleger beteiligten sich nämlich nicht direkt am Kraft­werk, sondern investierten ihr Geld über eine Fonds­gesell­schaft mittels eines Genuss­rechtes in eine Kraft­werks GmbH. Vor einer Beteiligung am Ibersol Fonds der Solar Millennium hatte Finanztest unter anderem gewarnt, weil die Gesell­schaft Anfangs­kosten von über 30 Prozent der Anlagesumme kassierte.





Rechtsberatung bei Kapitalanlagen
116 €  ( inkl. 19 % MwSt. )


Kategorie: Kapitalanlagerecht

Rechtsanwalt Udo Kuhlmann
An der Schlachte 12
28195 Bremen
Tel: 0421 / 33029850




© STIFTUNG WARENTEST



Die kompletten Informationen finden Sie unter:

Link zum Inhalt



zurück zu Geldanlage + Banken

Diesen Beitrag verlinken:

© 2012 Verbraucher- & Rechtsanwaltsportal

Links  |    |  Linktausch  |  Sitemap  |  AGB  |  Wiederufsrecht  |  Impressum